Welthungertag am 16. Oktober 2012

Am 16. Okotober 2012 ist wieder Welthungertag. Eigentlich heißt er Welternährungstag, doch so kann man ihn wirklich nicht nennen. Diesen Tag gibt es seit 1979. Er wurde von der im Jahr 1954 gegründeten FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) ins Leben gerufen. Zu den Aufgaben der FAO sollte nach der Satzung gehören:
Anhebung des Ernährungs- und Lebensstandards der Völker, Verbesserung der Erzeugung und Verteilung der Nahrungsmittel, die Verbesserung der Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung und einen Beitrag zur Entwicklung der Weltwirtschaft und damit zur Befreiung der Menschen vom Hunger.
Im Jahr 2000 wurden diese Ziele als Milleniumsziele von der 55. Generalversammlung der Vereinten Nationen wieder aufgenommen. Ziel Nummer 1 war die Bekämpfung von extremer Armut und Hunger.

Festgelegt wurde dazu:

Zwischen 1990 und 2015 den Anteil der Menschen halbieren, die weniger als den Gegenwert eines US-Dollars pro Tag zum Leben haben. (Inzwischen geht auch die UNO von 1,25 US$ aus)
Zwischen 1990 und 2015 den Anteil der Menschen halbieren, die Hunger leiden.
Vollbeschäftigung in ehrbarer Arbeit für alle erreichen, auch für Frauen und Jugendliche.(Wurde 2008 ergänzt)

Hungernde

2010 fällt die Bilanz ernüchternd aus.  Statt einer Halbierung der Hungerleidenden hat sich die Zahl der Menschen die hungern im Jahr 2009 erstmals auf über 1 Milliarde Menschen erhöht. (Berechnung der FAO)

Damit leiden am Ende der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts mehr Menschen an Hunger als jemals zuvor in der Menschheitsgeschichte.

Das wäre nicht unabwendbar, denn die Welt ist nach Berechnungen der FAO in der Lage weit mehr als die derzeit 7 Milliarden Menschen zu ernähren.  Aber woran liegt es dann, dass 1 Milliarde Menschen hungern, alle 5 Sekunden ein Kind an den Folgen von Unterernährung stirb?

Hunger ist Ergebnis einer weltweit ungerechten Verteilung

Eine wie ich finde beschämende Situation. Hält man sich zusätzlich vor Augen, dass es gleichzeitig 122 Billionen US$ (122 000 000 000 000) Privatvermögen bei den Reichen und Superreichen gibt ist das einfach unglaublich. Diese Menschen haben mehr Geld als sie jemals -schon garnicht für Ernährung- ausgeben können. Und das Geld das sie angesammelt haben ist nicht das Ergebnis eigener Leistung, sonderen wird auf dem Weg über die Finanzmärkte zusammengeraubt. Was das bedeutet zeigt die folgende Darstellung:

So schön das Beispiel mit dem Kuchen ist, für mehr als 1 Milliarde Menschen geht es um eine Hand voll Reis.

Wie sich das auswirktt zeigt die Tabelle am Beispiel einiger afrikanischer Länder: (Daten stammen von der Weltbank)

Würde man diese riesigen Vermögen weltweit mit nur 5% besteuern oder mit einer Abgabe belegen würde ergäbe das 6,1 Billionen US$ Steuereinahmen. Bezogen auf das Privatvermögen der reichsten 10%  (ca. 4,7 Billionen €)  in Deutschland wären das 235 Milliarden € Steuereinahmen. Um das in eine Relation zu bringen: Der Bundeshaushalt 2012 Umfaßt ca. 300 Milliarden. Davon gehen rund 38 Millarden in den Schuldendienst. (Die Berechnung geht von einem Freibetrag von 500.000 € je Person aus. Das heißt ein Ehepaar müßte erst ab 1 Millionen € Steuern zahlen. Auch das produktiv arbeitende Vermögen in Unternehmen könnte man aussen vor lassen)

Nun höre ich schon den beliebten Einwand „Neiddiskussion“. Das ist Quatsch. Bereits Aristoteles postulierte einen gerechten Neid bei ungleicher Verteilung der Güter. Auch der Psychoanalytiker Rolf Haubl erkannte im Neid auch den positiven, empört-rechtenden Neid, der vom Gerechtigkeitsgefühl gespeist auf Veränderung dringt. In diesem Sinne bin ich vielleicht neidisch und bekenne mich auch dazu.

Aber auch aus anderen Überlegungen heraus ist die derzeitige Verteilung des Reichtums ein Problem. Demokratische Gesellschaften basieren auf dem Konsenz,  die (Über)Lebensmöglichenkeiten und die Chancen zur individuellen Entwicklung für alle Mitglieder gleichermaßen zu gewährleisten. Dieser Konsens beinhaltet durchaus auch Unterschiede, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Werden die Diskrepanzen innerhalb der Gesellschaft zu groß, dann bricht sie auseinander. Eine der Folgen des Informationszeitalters und der Globalisierung besteht darin, dass sich diese Fragen nicht nur bezogen auf ein Land oder eine Region stellen, sondern zunehmend auch Global.

Der französichen Revolution von 1789 ging eine Krise der Staatsfinanzen voraus die durchaus der derzeitigen Situation der Industriestaaten entspricht. Damals standen  Einnahmen von 503 Millionen Livres (Pfund) Ausgaben von 620 Millionen gegenüber, wovon allein die Hälfte auf Zins und Tilgung für die enorme Staatsverschuldung entfiel. Auch damals gab es eine Reformblockade der Privilegierten und Eliten. (Insbesondere Adel und Klerus)

Die Bauern, die vier Fünftel der Bevölkerung stellten, hatten 1788 eine schlimme Missernte. Während es ihnen am Nötigsten fehlte, waren die Speicher der weltlichen und geistlichen Grundherren gut gefüllt. Aufgrund der eingetretenen Knappheit stiegen die Getreidepreise gewaltig an.  1789 war Brot teurer als zu jedem anderen Zeitpunkt des 18. Jahrhunderts und kostete das Dreifache des normalen Preises. Die wirtschaftliche Not, die infolge der Teuerung und Unterproduktion die städtischen Konsumenten und dann auch Handel und Gewerbe betraf, brachte damals die Massen auf die politische Bühne, so wie heute in Griechenland oder Spanien.

Aufklärerisches politisches Denken stellte auch die Legitimationsgrundlage der Herrschenden in Frage. Rousseau sah unter anderem das Eigentum als Ursache der Ungleichheit zwischen den Menschen und kritisierte Gesetze, welche die ungerechten Besitzverhältnisse schützten.Wir wissen heute, dass sich die Auswirkungen der französischen Revolution und der Aufklärung nicht auf Frankreich beschränkten sondern weit über Europa hinaus Grundsteine für die heutigen demokratischen Gesellschaften legten.

Der Blick auf Europa

Die Agenda 2010 und derzeitige Politik der Rettungsschirme, Bankenrettungen, des Abbaus staatlicher Daseinsvorsorge und sozialer Sicherungssysteme dienen letztlich dazu die bestehenden Ungleichheiten nicht nur zu bewahren sondern noch zu verstärken. Jedem Euro Staatsschulden steht ein Euro Vermögen bei irgend einem Inhaber von Staatsanleihen gegenüber. Es ist wie in der Physik: nichts geht verloren und am Ende ist es immer ausgeglichen. Jeder Euro Zinsen der gezahlt wird vermehrt das Vermögen des Anleihenbesitzers. Waren zu Beginn der Finanzkrise die meisten Staatsschulden noch als Anleihen im Besitz von privaten Institutionen und Personen, gehören sie jetzt schon überwiegend  und bald vollständig der EZB und damit uns als Steuerzahlern. Der Schuldenschnitt reduziert das von der EZB verwaltete Vermögen. Die privaten Investoren sind mit ihrem Geld längs ausgewichen, z.B. in Gold aber auch in Rohstoffmärkte wo die Spekulation die Nahrungsmittelpreise in die Höhe treibt und so auch die Ärmsten zur Kasse bittet.

Gleichzeitig treiben Banken und Spekulanten ein böses Spiel indem sie Geld vermehren. Der Gewinn aus Optionsscheinen, Fonds und Derivaten ist meist nicht durch einen realen Gegenwert in Form von Rohstoffen, Proukten oder Dienstleistungen gedeckt sondern existiert erstmal nur in den Büchern. Dieses substanzlose Geldvermögen  entwertet das reale Geld in seiner Funktion als allgemeingültiges Tauschmittel für Waren und Dienstleistungen. Es ist kein Zufall, das in Griechenland wieder der direkte Tauschhandel floriert. 5 Kilo Kartoffeln gegen 1 Stunde Feldarbeit oder 1 Kg Fleisch.

Warum Spekulation und grosse Teile des Investmentbanking unmoralisch sind

Nehmen wir mal an, 3 Leute haben je 10.000 €

Der Erste ist Bauer und kauft dafür Saatkartoffeln. Pflügt seinen Acker, legt die Kartoffeln rein und bis zu Herbst hat er damit zu tun zu häufeln, Unkraut zu jäten und seine Kartoffeln mit Wasser und Nährstoffen zu versorgen. Am Ende des Jahres hat er Kartoffeln im Wert von 50.000 Euro geerntet. 40.000 € sind für seinen Lebensunterhalt, Sprit und Reperaturen für den Traktor, Düngemittel und Wasser. 10.000 legt er auf die hohe Kante um im Frühjahr wieder Saatkartoffeln zu kaufen.

Der Zweite, wir nennen ihn mal Investor, gibt einem Speditionsunternehmen die 10.000 Euro und erhält dafür Aktien. Der Spediteur kauft von dem Geld einen LKW und transportiert damit Kartoffeln für unseren und andere Bauern. Der Wert des Unternehmens ist damit gestiegen und auch seine Gewinne steigen. Am Ende des Jahres zahlt der Spediteur dem Investor eine Dividende von 6 % also 600 Euro.

Der Dritte, wir nennen ihn Spekulant, erwirbt dafür Fondsanteile einen Kartoffelfonds. Dieser Fond wettet das die Kartoffeln am Ende des Jahres teurer werden. Tatsächlich steigt der Karoffelpreis um 15%. Der Fond gewinnt also und schüttet einen Gewinn von 25% aus. (Durch die s.g. Hebelwirkung) Der Spekulant ist nun um 2500 Euro reicher.

Aber ist daraus ein realer Wert entstanden? Nein! Es gibt deswegen weder mehr Kartoffel noch irgend einen anderen realen Gegenwert. Der Bauer macht aus dem Geld ein Produkt, die Kartoffel. Der Investor steigert mit seinem Geldeinsatz den Wert eines Unternehmens. Nur beim dem Spekulanten suchen wir nach einem realen Gegenwert vergebens. Seine 2500 Euro Gewinn sind aus dem Nichts entstanden. Das Schlimme daran ist, das er diesen Gewinn nun benutzen könnte um reale Werte damit zu bezahlen. Aber das tut er natürlich nicht, sondern spekuliert weiter. In 10 Jahren wird er so ca. 83.000 Euro erzeugen die aus dem Nichts entstanden sind, für die es keinen realen Gegenwert in Form von Waren oder Dienstleistungen gibt.

Der Bauer wird in 10 Jahren wenn er Glück hat immer noch +- Null haben, aber auch 10 Jahre ein auskömmliches Leben. Der Investor hat in 10 Jahren knapp 8.000 Euro zusätzlich für seine Altersversorgung angespart, aber auch den Wert der Unternehmen deren Aktien er gekauft hat gesteigert. Wirklich in Saus und Braus lebt nur der Spekulant. Der hat aber garnichts geschaffen sondern nur aus Geld mehr Geld gemacht.

Die Geschichte ist aber noch nicht am Ende. Hinter dem Spekulanten stehen Banken und Versicherungskonzerne die nicht mit 10.000 Euro sondern mit Milliarden hantieren. Und hier kommt wieder die EZB ins Spiel. Weil man dem Geld nicht ansehen kann ob es aus realen Werten entstanden ist und diese rerpäsentiert, muss sie nun auch für dieses schlechte Geld entsprechend Scheine zur Verfügung stellen. Können die nicht, z.B.  über Steuern reingeholt werden, bleibt der EZB nichts anders übrig als die Druckmaschinen an zuwerfen und Euros zu drucken.

Zur Zeit dienen alle Maßnahmen im Euroraum nur dazu dieses Geld über Steuern reinzuholen. Da die großen Vermögen wenig oder garnicht besteuert werden und auch jedes Schlupflochen nutzen, bezahlen die normalen Steuerzahler (das ist die große Masse der ArbeitnehmerInnen) also die Gewinne der Reichen. Oder hat schon mal jemand gehört das die Troika der griechischen Regierung auferlegt hat die riesigen Privatvermögen mit einer angemessen Abgabe zu belegen?

Und unser Politiker? Sie beten hingebungsvoll die Finanzmärkte an. Alle Maßnahmen werden danach beurteilt wie die Börsen und die Finanzmärkte reagieren. Aber so ist die Krise nicht in den Griff zu bekommen. Banken und Versicherungen haben andere Aufgaben als aus Geld noch mehr Geld zu machen. Banken haben vor allem den Zahlungsverkehr sicher zustellen und die EInlagen der Sparer für den realen Wirtschaftskreislauf zur Verfügung zu stellen. Versicherungen sollen Risiken ihrer Kunden absichern. Alle Vorschläge, auch die von namhaften Wissenschaftlern, werden nicht gehört weil die Stimmen der Lobbyisten schöner und lauter sind. 2008 versprach Herr Schäuble die Spekulation einzudämmen. Nichts ist sein dem geschehen. Nicht mal eine lächerich geringe Transaktionssteuer wurde auf den Weg gebracht.

Nach wie vor operieren die Finanzmärkte nur nach einem Kriterium: Gewinne um jeden Preis. Das zeigt die folgende Dokumentation über Goldmann & Sachs. Das ist wohl inzwischen die mächtigtste Bank der Welt.

Viedeo ca. 78 Min.


 

Was hat das mit Afrika zu tun?

Nun, es zeigt sich, dass die Eliten und Mächtigen dort von unseren Eliten gelernt haben. Da wo sich Länder entwickeln, das gilt nicht nur für Afrika sondern für alle Entwicklungsländer weltweit, klafft die Schere zwischen Arm und Reich weit auseinander. Einer dünnen Oberschicht und eine dünnen Mittelschicht steht eine riesige Masse armer und ärmster Bevölkerung gegenüber. Ein Beispiel dafür ist Südafrika, das allgemein als das entwickelste afrikanische Land gilt.

arbeitslosigkeit3

Regierungsstatistiken zufolge haben rund 60% der Südafrikaner ein Pro-Kopf-Einkommen von weniger als 500 Rand im Monat, (das sind ca. 50 Euro) und leben damit unterhalb der südafrikanischen Armutsgrenze. Sie haben  etwa 2 US$ pro Tag zum Überleben.  (Wer weniger als 1,25 US$ zur verfügung hat gilt nach der UNO-Definition als extrem arm) 27% der Südafrikaner haben monatlich weniger als 160 Rand pro Kopf zur Verfügung. Die liegen damit unter der Grenze von 1,25 US$ pro Tag.  Die Arbeitslosenstatistik zeigt das es über wiegen die schwarze Bevölkerung ist, die in Armut lebt.

Und die, die Arbeit haben, werden gnadenlos ausgebeutet. Die Bergarbeiter die jetzt auf die Strasse gehen haben im Schnitt etwa 5000 Rand monatliches Einkommen. Davon leben aber in aller Regel nicht nur Kleinfamilien sondern oft 10 oder mehr Personen. Das Arbeiter unter solchen Lebensbedingungen auf die Strasse gehen und streiken kann eigentlich niemand überraschen.  Die Arbeiter von Lonmin, von denen 34 von der Polizei erschossen wurden gehörten in diese Gruppe an,die trotz Arbeit in bitterer Armut lebt. Der weltweit drittgößte Platinhersteller Lonmin Plc hat 2011 321 Millionen US$ Gewinn gemacht und 30 Millionen US$ Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet. Würde man die Häfte des Gewinns auf die ca. 25.000 Angestellten verteilen könnte jeder ca 53.000 Rand im Jahr oder 4.500 Rand im Monat mehr bekommen.

Das die Polizei auf die ganz überwiegend schwarzen Arbeiter  schießt erinnert nicht nur an die Zeit der Apartheit, sondern ist vor allem ein Signal dafür, dass hier die Herrschenden, das ist vor allem der ANC aus dem sich auch die wachsende Gruppe schwarzer Reicher und Superreicher rekrutiert, ihren Status notfalls auch mit Gewalt verteidigen.

Video zum aktuellen Stand der Streiks (19.9.2012) ca. 2 Min.

Leider ist es in vielen Ländern Afrikas gang und gäbe dass man zuerst für sich sorgt wenn man in eine einflußreicher Position kommt. Das führt auch dazu, dass die Regierungsmitglieder zulassen, das ihre Länder des eigenen persönlichen Vorteils wegen ausgebeutet werden. Genau das benutzen die Vertreter der reichen Nation, egal ob Regierungen oder Konzerne zum eigenen Vorteil und zur Gewinnvermehrung.

So gesehen hat das, was Armut und Hunger erzeugt überall auf der Welt die gleichen Ursachen. So wie Goldmann & Sachs jetzt ihre gierigen Finger nach Europa ausstrecke, so haben Konzerne, Banken und die Regierungen der Industrienationen schon immer die dritte Welt für den eigenen Reichtum ausgebeutet.  Spekulation mit Nahrungsmitteln ist nur ein Symptom einer zutiefst unmoralischen und unmenschlichen Weltordnung.

Es ist an der Zeit sich dagegen zu wehren!

Hier einige Links zu Aktionen:

umFAIRteilenCampact Logo


 


Kommentare

Welthungertag am 16. Oktober 2012 — 2 Kommentare

  1. Hallo Klaus,
    eine Fehleinschätzung in Deiner Geschichte solltest Du aber noch korrigieren: Investoren sind nicht besser wie die Spekulanten, weil sie ganz oft mit ganzen Firmen spekulieren. Beispiel: TMD FRiction Leverkusen, Bremsbeläge Hersteller für alle Auto Firmen, wird von einer Investoren Grupe aufgekauft, wird zerstückelt, TMD musste sich das Gelände und die Betriebsausstattung von einem der Investoren zurück mieten für sehr viel mehr Geld, wie vorher nötig war. Dann werden die Filetstückchen erst auf super toll gekämmt dann verkauft und zurück bleibt der größte Teil der Belegschaft in einem gemieteten Gelände, das ihnen nicht mehr gehört und dann folgerichtig, die nicht mehr zu tragenden Kosten mit einer Insovenz auf die Allgemeinheit – sprich Steuerzahler – abschiebt. Das war übrigens die Weltfirma Textar.
    Das gleiche passierte in Köln mit Sped. Delhey, die uns dann mit knappen 20.000 €, die wir noch zu bekommen hatten im Regen hat stehen lassen, während der Luxemburgische Investor Thiel, aus den Sahnstücken wie Delhey Health Care, Delhey Beteiligung am IDS System und an GLS, ehemals German Parcel, etc.- gute 20.000.000 Eu an Gewinnen einkassiert hat. Die Dummen waren, wie ja auch jetzt die vielen Unternehmer und Angestellten, wobei die Angestellten dann 3 Monate vom Staat ausgehalten wurden…und danach die Firma Delhey auf Staatskosten eingestampft wurde.

    Davon gibt es noch reichlich Beispiele, ob es Mannesmann Mobilfunk / Vodafone (Hr. Ackermann) oder div. andere z.T. auch große Firmen sind oder waren, es läuft immer nach dem gleichen Muster, und immer zu Ungunsten der Beschäftigten, der Allgemeinheit und der Unternehmen.

    Also nix mit guten Investoren… insofern ist Dein Beispiel etwas schief geraten und auf jeden Fall verbesserungswürdig.

  2. Hallo Mao,
    Du hast in soweit recht, als ich den Begriff sehr unscharf gelassen habe. Natürlich meine ich nicht die Art von Investoren die sich ganze Firmen kaufen um an die Sahnestücke oder die Immobilien zu kommen oder unliebsame Konkurenz auszuschalten. Deshalb habe ich auch beschrieben wie der „Investitionsvorgang“ abläuft. Eigendlich ist nämlich m.e. nichts Schlechtes daran, wenn jemand einem Unternehmen Geld zur Verfügung stellt, das dann in Maschinen, Anlagen oder Dienstleistungen investiert wird und somit im Wirtschaftskreislauf Produktion ermöglicht.
    Aber Du belegst natürlich mit Deinen Beispielen wie verkommen sich eine Finanz- und Wirtschaftssystem entwickelt, das sich frei von Ethik und Moral nur an der Maximierung persönlicher Vorteile orientiert. Ohne demokratisch legitimierte Kontrolle die für das Allgemeinwohl steht entartet jedes Wirtschaftssystem unabhängig von der Ideologie die die jeweilige Gesellschaft prägt. Das zeigt nich nur die Entwicklung der westlichen Staaten, sondern auch die in der ehemaligen Sowjetunion, in China und leider auch in vielen afrikanischen Ländern. Die Entwicklung in Südafrika mach eine kleine schwarze Obersicht (vor allem aus dem ANC) zu Superreichen, während sich an der Situation der restlichen schwarzen Bevölkerung nur wenig verbessert hat.

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