Ernährungskrise: 11 Milliarden Dollar für Eiskrem jedes Jahr in Europa

11 Milliarden US-Dollar könnten 11 Millionen Menschen vor dem Verhungern retten. Wir in Europa geben jedes Jahr 11 Milliarden Dollar aus – FÜR EISKREM.

Die Ernährungskrise weltweit ist längst kein temporäres Problem mehr. Es ist nicht der Klimawandel allein, auch nicht die ständig wachsende Weltbevölkerung und ebenso wenig sind es Missernten, die zu immer mehr Hungerkatastrophen führen. Es ist eine strukturelle Welternährungskrise. Sie ist das Ergebnis einer jahrelangen Entwicklung, die nur am Wohlergehen der Industrieländer orientiert war. Dazu gehört der hoch subventionierte Export von Nahrungsmitteln aus der EU ebenso wie der Protektionismus, mit dem Industrienationen wie die USA, aber auch die Länder der EU, ihre Märkte für die Entwicklungsländer dicht machen. Die Dokumentation beschreibt Mechanismen der globalen Wirtschaft, die es armen Ländern wie beispielsweise Ägypten, Bangladesch, Ecuador, China und Kenia erschweren, sich zu entwickeln. Ein Mitteleuropäer gibt rund 15 Prozent seines Einkommens für Nahrungsmittel aus. In Afrika, Asien und Lateinamerika müssen die Menschen bis zu 75 Prozent dafür aufwenden. Weltweit hungern inzwischen über 1 Milliarde Menschen. Jahrelang wurde in der Welt still vor sich hin gehungert, leise gestorben — die Weltordnung wurde nicht gestört. Das unangenehme Gefühl angesichts der Hungerkatastrophen wurde mit Wohltaten für die Ärmsten überdeckt.

Aber zunehmend gehen die Hungernden auf die Straße, protestieren und plündern. Die Ernährungskrise beschränkt sich nicht mehr nur auf die Armen. In vielen Ländern erreicht sie inzwischen auch die Mittelschichten. Diese Menschen sind zunehmend auch politisch interessiert und organisieren sich. Nicht nur der Hunger treibt sie auf die Straße. Es sind vor allem ohnmächtige Wut und Zukunftsangst.
Das, was diese Länder jetzt erschüttert, ist kein plötzlicher Schicksalsschlag. Ein ganzes Bündel von Gründen lässt sich identifizieren. Missernten, bedingt durch die Klimaveränderung, Bevölkerungswachstum, eine extrem gestiegene Fleischnachfrage, eine falsche Subventionspolitik und nicht zuletzt knallharte Rohstoffspekulanten, die auf steigende Lebensmittelpreise wetten. Bis zum Jahr 2015, so haben es die Vereinten Nationen in ihren Millenniumszielen festgeschrieben, soll die Zahl der Hungernden halbiert werden. Längst kein realistisches Ziel mehr.
Die Dokumentation beschreibt Prozesse und Strukturen der globalen Wirtschaft, den Zusammenhang zwischen subventionierter und protegierter westlicher Landwirtschaft, die es den armen Länder schwer oder sogar unmöglich macht, sich zu entwickeln.

Petra Schulz berichtet über Hunger und Wut der Ärmsten der Armen dieser Welt. Der Film belegt mit Berichten, beispielsweise aus Ägypten, Bangladesch, Ecuador, China und Kenia, dass die Probleme in der Regel nicht „hausgemacht“ sind. In Interviews kommen Experten zu Wort, die alle zu dem selben Ergebnis kommen: Die gegenwärtige Ernährungskrise ist alles andere als überraschend, sie hat sich seit Jahren aufgebaut und so abgezeichnet.

Video ca. 43 Min.


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