Kongo: Regierung und Rebellen bereiten Friedensabkommen vor

Eine Meldung die Hoffnung machen sollte. Aber ist sie berechtigt? Dazu muß man sich fragen, was diesen Konflikt im Kongo mit Geld und Waffen unterhält? Wer unterstützt diesen Konflikt? Wer hat welche Interessen? Nun da wären zunächst Ruanda und Uganda die insbesondere die M 23 (Bewegung 23. März, es sind ehemals in die Armee eingegliederte Rebellen) unterstützen sollen, das aber bestreiten.Aber reicht das um einen nun seit mehr als 20 Jahren andauernden Bürgerkrieg zu erklären?

Tatsächlich glaube ich geht es schon immer um Rohstoffe. Kautschuk zu Zeiten Leopold II. und heute insbesondere Kupfer und Coltan.
85 westliche Konzerne, so der UN-Bericht aus dem Jahr 2002, sind am Handel von kongolesischen Rohstoffen beteiligt gewesen, wenn auch zum Teil nur indirekt, und hätten so zur persönlichen Bereicherung einzelner Warlords und an der Finanzierung des Bürgerkriegs beigetragen.
Auch ein deutsches Unternehmen gab es in der Liste, das 75 Tonnen Coltan von den Kriegsparteien eingekauft und an ein auf die Produktion von Tantal spezialisiertes Unternehmen in Deutschland verkauft hatte.
Genauso finanzieren sich diese Konflikte. Rohstoffe gegen Waffen. Die Endabnehmer sitzen in den Industrienationen. Hier wird z.B. Coltan verarbeitet für Spielekonsolen, Handys und Computer. So spielen sich Waffenhändler und Konzerne gegenseitig die Bälle zu.

Die Firmen Masingiro GmbH in Burgthann, Bayer, und ihre Partnerfirma SOMIKIVU beliefern Großhändler und verarbeitende Firmen u.a. in Deutschland wie die Bayer-Tochter H.C. Starck. H.C. Starck gilt trotz internationaler Proteste als wichtigster Handelspartner für Coltan aus dem Kongo.

In den Handel mit kongolesischem Coltan sind folgende deutsche Firmen verwickelt: Die Hamburger ‚Barter Trade Handels- und Seafood GmbH (BHTS), die in der Hauptsache aus dem von Uganda beherrschten Nordosten Kongos Coltan bezog und dabei nach eigenen Angaben „wahnsinnig“ verdient, die süddeutsche Firma Masingiro des Geologen Karl-Heinz Albers, der aber seit 2005 abgetaucht ist und die Firma H.C. Starck. Unternehmen wie Samsung oder Sony kaufen das Coltan mittlerweile lieber direkt, da sie so ihre Gewinnspannen erhöhen können und übernehmen die dreckigen Geschäfte der Zwischenhändler. Sie statten jeden der ihnen die begehrten Rohstoffe bietet mit dem Geld aus, dass er braucht um Waffen zu kaufen. Solange dieses Geschäft weiter läuft wird es keinen Frieden im Kongo geben.
Solange die Welt das Coltan, das Kupfer und andere Rohstoffe an denen der Kongo überreich ist braucht und sich damit „gute“ Geschäfte machen lassen gibt es nur die Ausbeutung des Landes.
Ein internationales Abkommen zum Waffenhandel bei der UN ist soeben wieder gescheitert. Blockierer waren diesmal Iran, Nordkorea und Syrien. Drei Länder von 193 UN-Mitgliedern die in Konfliktzonen liegen. Das macht wenig Hoffnung.

Die Rolle der Waffenhändler beleuchtet die arte-Dokumentation „Waffenhandel – ein Bombengeschäft.“

Video ca. 95 Min.

Was mit diesen Waffen gemacht wird, und zu was sie führen, das zeigt die Dokumentation von Susane Babila, „Im Schatten des Bösen – Der Krieg gegen die Frauen im Kongo“ produziert durch die BildManufaktur GmbH Stuttgart im Auftrag des SWR. Wirklich schwer zu ertragen. Aber was glauben Sie, wird oder kann die derart gequälte und geschundene Generation mit ihrer Zukunft anfangen?
Leider ist dieser Film nicht mehr online verfügbar.
Aber auch die folgende Dokumentation „Geraubtes Leben Der Krieg gegen die Frauen im Kongo“ beschäftigt sich mit diesem Thema.

Video ca. 30 Min.


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