Händler des Todes

Die Konflikte drehen sich auch in Afrika vor allem um Macht, Einfluss und Geld. Das sie in Afrika auf solch grausame Weise ausgetragen werden ist nur möglich weil Waffen dort von den Händlern des Todes mit unerhörtem Gewinnen verkauft werden.

Im internationalen Waffenhandel ist Deutschland einem Medienbericht zufolge ein beliebter Umschlagplatz für Waffen.  Wie der „Spiegel“ berichtete, haben zwischen 2005 und 2009 insgesamt 63 Länder rund um den Globus die Bundesrepublik als Transitstation für ihre Rüstungsgeschäfte genutzt.
Die Behörden hätten 1046 Genehmigungen für den Transit von Kriegswaffen erteilt, zitiert das Magazin eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Jan van Aken.
Zu den den Akteuren des internationel Waffenschmugels gehörten laut Bericht zahlreiche arabische Staaten wie Ägypten, Sudan, Irak, Algerien und Saudi-Arabien. In einigen Fällen hätte der Bund die Genehmigung zur „Durchfuhr“ von Waffen verweigert. Dabei sei es etwa um Lieferungen von Sturmgewehren, Maschinenpistolen und Munition aus ehemaligen Bürgerkriegsländern wie Bosnien-Herzegowina und Serbien gegangen. Zollfahnder beschlagnahmten im genannten Zeitraum 54 illegale Lieferungen mit insgesamt mehr als 6800 Schuss- und Kriegswaffen.
Auch Deutschland ist als viertgrößter Waffenhändler beim „tödlichen Gewerbe“ ganz vorne mit dabei. Welche Interessen bei dem genannten Interessenskonflikt den Vorrang gewinnen, lässt sich am Beispiel von Deutschland sehr gut erkennen. Drittstaaten, also Nicht-Mitglieder der EU, wurden im Jahr 2006 mit Kleinwaffen im Wert von 15,6 Millionen Euro beliefert. Das bricht alle bisherigen Rekorde der Rüstungsindustrie Deutschlands. Zu diesen Drittstaaten zählen auch Konfliktregionen wie der Nahe Osten, die Türkei und Pakistan. Und das, obwohl mittlerweile aus Schätzungen des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes bekannt ist, dass etwa 95 Prozent der Kriegsopfer durch den Einsatz einer Kleinwaffe getötet wurden.

Zur Dokumentation „Händler des Todes


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